Formanalyse Beispiel Essay

On By In 1

Ja, nun kommt der Hauptgrund, weshalb der Essay keine einfache Schreibform ist. Denn hier müsst ihr rhetorische Stilmittel nicht nur erkennen, sondern selbständig anwenden können. Und das auch noch sinnvoll!

Manche Schüler denken, es sei mit Ironie getan. Ist es aber nicht. Ein komplett ironischer Essay ist nicht nur eigentlich eine Glosse, sondern lässt den Autor möglicherweise auch überheblich und unsympathisch wirken. Davon lässt sich kein Leser überzeugen, da johlen nur die, die ohnehin schon eurer Meinung sind.

Manche Schüler denken, es sei mit Umgangssprache getan. Das stimmt auch nicht. Zu viel Umgangssprache kann das gesamte Niveau des Essays runterreißen.

Wie also schon der alte Paracelsus sagte: Die Dosis macht das Gift!
Setzt eure Stilmittel sparsam dosiert und vielfältig ein!

Witz und Ironie
Ironie gestaltet man im Wesentlichen mit drei Vorgehensweisen: Übertreibung, Untertreibung und Gegensätzen. Umgesetzt in die entsprechenden Stilmittel sind das:

Hyperbel (Übertreibung: An der tausendsten roten Ampel habe ich dann die Nase voll.)

Klimax (Steigerung: Ich halte das für ziemlich uninteressant, eigentlich sogar langweilig, um nicht zu sagen einschläfernd.)

Enumeration (Aufzählung: Am Schluss hatte ich nicht nur einen Lippenstift gekauft, sondern auch Sonnencreme, Deospray, Zahnpasta, Duschgel, Haarshampoo, Taschentücher und Hustenbonbons.)

Litotes (Untertreibung: Das war gar nicht die schlechteste aller Entscheidungen.)

Paradoxon (scheinbar unsinnige Aussage: Du siehst aus, als könnte ich einen Drink vertragen.)

Neologismus (Wortneuschöpfung: Wutbürger, Gutmensch)

Umgangssprache
Zur Umgangssprache gehören ausgelassene Buchstaben, verkürzte Sätze, Floskeln, Ausrufe, Dialekt und blumige Ausdrücke.

Ach je, jetzt sagt der Typ noch ’n Gedicht auf!
Hasse mal ’nen Euro?
Und ich so: Hey, also, das geht gar nicht!

Lieber Leser, …
Ja, im Essay dürft ihr eure Leser direkt ansprechen.

Lassen Sie uns hier einmal innehalten und das nachrechnen!
Geht Ihnen das morgens auch so?

(Es gibt Schüler, die das auch bei anderen Aufsatzformen so machen z.B. in der Erörterung. Das ist aber VERBOTEN, VERBOTEN, VERBOTEN!)

Struktur
Um eurem Text eine einprägsame Struktur zu verleihen, könnt ihr die bekannten Wort- und Satzfiguren verwenden:

  • Alliteration
  • Anapher
  • Epipher
  • Parallelismus
  • Correctio
  • Emphase

Posted in Der Essay.

Sachtextanalyse schreiben: Struktur, Beispiele & die besten Schreib-Tipps

Sachtexte sind die Textform, die uns im Alltag am häufigsten begegnet. Egal ob Zeitungsartikel, Beipackzettel, Zutatenlisten oder Ratgeberbücher: Jeder dieser Texte stellt zu einer bestimmten Sache möglichst viele Fakten und Tatsachen dar. Wie du Sachtexte richtig analysieren kannst und infolge dessen eine richtig gute Sachtextanalyse schreibst, erfährst du im Folgenden.

Inhalt

Struktur und Beispiele für eine Sachtextanalyse

Eine Analyse ist im Prinzip ein Vorgang, der etwas in seine Einzelteile zerlegt, damit diese am Ende besser benannt und betrachtet werden können. Das Gute an einer Sachtextanalyse ist, dass es ein ganz klares Vorgehen gibt, an das du dich halten kannst und das dir sehr viel Orientierung gibt. Wie du das jetzt mit einem Sachtext machst, wird hier Schritt für Schritt erklärt. Folgender Artikel von Zeit-Online dient dabei als Beispiel.

Vorbereitung

Zur Vorbereitung auf den Schreibprozess ist einiges an Arbeit nötig. Allerdings erleichtert das vieles und ist für ein gutes Ergebnis fast obligatorisch. Denn nur wenn du den Text auch wirklich durchschaut hast und dir die Mechanismen und die Struktur klar sind, kannst du eine richtige Analyse schreiben.

Entwickele dein eigenes System

Das Schreiben einer Sachtextanalyse will vorbereitet sein.

Zu Beginn solltest du dein eigenes System entwickeln, wie du mit dem Text arbeitest. Bevor du nämlich los schreibst, solltest du den Text mehrmals lesen und dir am besten Notizen machen, welche Stellen du wie bewertest und was du bemerkenswert oder auffällig findest. Wichtig ist, dass du dich mit deinem eigenen System an Markierungen und Zeichen wohlfühlen und es nach dem lesen auch noch verstehen solltest. Ein mögliches System könnte wie folgt aussehen.

Beispiel:

  • Textmarker grün: Schlüsselwörter
  • Textmarker blau: Fremdwörter
  • Textmarker Gelb: Stilistische Besonderheiten
  • Fragezeichen am Rand: Autor wirft Fragen auf.
  • Ausrufezeichen am Rand: Autor beantwortet Fragen an dieser Stelle.

Nachschlagen von Fremdwörtern

Schlage unbedingt immer alle Fremdwörter nach, die du noch nicht kennst. Das ist vor allem deswegen wichtig, weil du den Text vollständig verstehen solltest, bevor du ihn analysierst und den Text schreibst.

Gliederung in Sinnabschnitte und Zwischenüberschriften

Nach dem Markieren des Textes solltest du ihn nun in mehrere Sinnabschnitte mit deinen eigenen Zwischenüberschriften einteilen. Das verschafft dir einen besseren Überblick über die Struktur des Textes und wird dir erleichtern, die Schreibweise und Intention des Autors zu entschlüsseln.

Notiere deine Gedanken und was du schon zum Thema weisst

Nachdem du den Text zum ersten Mal gelesen hast, gehe systematisch vor. Die einzelnen Sinnabschnitte, die dir vielleicht schon klar sind, kannst du jetzt noch mit deinen eigenen Gedanken füllen – zum Beispiel bei der Überschrift des Textes. Schreib zu diesem Sinnabschnitt auf, was du bereits zu dem Thema weisst. Das erleichtert den Einstieg ins Thema und in die anschließende Analyse.

Checkliste:

  • Habe ich den Text mehrfach gelesen?
  • Ist mein Markierungssystem für mich verständlich und nachvollziehbar?
  • Habe ich alle Fremdwörter verstanden?
  • Ist der Text in logische Sinnabschnitte gegliedert und hat Zwischenüberschriften?
  • Habe ich meine Gedanken zum Text notiert?

Die Einleitung

Grundsätzlich wird eine Sachtextanalyse, wie die meisten Texte auch, im Präsens geschrieben. Achte also darauf, dass du immer in dieser Zeit bleibst.

Die Einleitung beginnst du mit einem klassischer Einleitungssatz, wie du ihn zum Beispiel bei einer Inhaltsangabe verwendest. Im Prinzip sind das wieder die klassischen W-Fragen, die auch in Pressemitteilungen verwendet werden. Folgende Punkte sollte der Einleitungssatz also beinhalten.

  • Wer hat den Text geschrieben?
  • Wann wurde der Text verfasst?
  • Was genau ist das Thema des Textes? Wo wurde der Artikel veröffentlicht? Wie lautet der Titel des Textes? Was für eine Textart liegt vor?

Der Einleitungsteil kann ebenfalls eine Einordnung in den Kontext enthalten, in dem der Artikel oder Text steht oder für wen er geschrieben wurde. Ebenfalls sollte die Kernaussage des Textes ohne Zitate und mit eigenen Worten beschrieben werden. Danach kannst du noch deine weitere Vorgehensweise und dein Vorhaben mit zwei bis drei Sätzen beschreiben.

Beispiel: Der Bericht „Da lebt was in Ihnen“, erschienen in „Zeit Online“ am 11.07.2017 und verfasst von Jakob Simmank, ist ein Bericht über die Mikrobiologie des eigenen Körpers. Der Text erklärt auf sachliche Art und Weise, wie viele Mikroorganismen der menschliche Körper beheimatet und dass dies kein Grund zur Besorgnis ist. In der folgenden Analyse werde ich den Text sowohl inhaltlich als auch auf sprachlicher und stilistischer Ebene analysieren und seine Besonderheiten hervorheben.

Checkliste:

  • Habe ich alle W-Fragen beantwortet?
  • Habe ich den Text in einen Kontext eingeordnet
  • Habe ich die Kernaussage mit eigenen Worten beschrieben?
  • Bin ich auf meine weitere Vorgehensweise eingegangen?

Tipp: Viele schreiben die Einleitung zu ihrer Sachtextanalyse erst nach der kompletten Analyse. So kannst du die einzelnen Fragen der Einleitung wesentlich präziser beantworten als vor der Analyse.

Der Hauptteil

Der Hauptteil ist in der Regel in drei Teile aufgeteilt. Als erstes sollte du etwas über die Intention des Autors schreiben. Danach sollte es um den genauen Argumentationsaufbau des Autors gehen, und im dritten Teil spielt die verwendete Sprache und der Stil eine Rolle.

Intention des Autors

Hier solltest du die Intention und die Wirkungsabsicht des Autors ganz klar herausstellen. Beantworte hier Fragen wie

  • In welchem Kontext, zum Beispiel Arbeits- oder politische Umfeld, hat der Autor den Text geschrieben?
  • Was genau bezweckt er mit dem Geschriebenen?
  • Welche Adressaten und welche Leserschaft möchte er ansprechen?

Argumentationsschema

Hier solltest du den Argumentationsaufbau untersuchen und mit der Intention verknüpfen. Die Fragen, die du hier beantworten solltest, um einen passenden Text zu schreiben sind folgende:

  • Wie ist der Text gegliedert?
  • Wie geht der Autor dabei vor?
  • Wie sind die Argumente des Autors aufgebaut?
  • Warum benutzt er diese Argumente an den Stellen, an denen er sie benutzt?

Sprache und Stil des Textes

An dieser Stelle kommt jetzt die Untersuchung der sprachlichen Stilmittel. Diese sind ebenfalls mit den Erkenntnissen aus dem ersten Teil, also der Intention des Verfassers, verknüpft. Fragen, die du hier beantworten kannst sind:

  • Welche Stilfiguren und rhetorischen Mittel setzt der Autor im Text ein?
  • Warum tut er dies genau an dieser Stelle?
  • Welchen Stil der Sprache benutzt der Verfasser und warum genau tut er das?
  • Welche Wörter, Schlüsselbegriffe oder Schlagworte verwendet der Autor und warum benutzt er sie?

Checkliste:

  • Habe ich die Intention des Autors richtig erfasst?
  • Habe ich alle Argumente verstanden und logisch dargestellt?
  • Habe ich die Stilmittel richtig erklärt?
  • Habe ich die oben genanten Punkte immer mit der Intention des Autor verknüpft?

Der Schluss

Der Schluss ist vielleicht der angenehmste Teil der Sachtextanalyse. Hier kannst Du nochmal in Kurzform alle deine Erkenntnisse zusammenfassen und einordnen. Danach hast du noch die Möglichkeit, deine eigene Meinung zu schreiben und den Text zu kommentieren. Hier kannst du tatsächlich am wenigsten falsch machen, da hier wirklich nur deine eigene Sicht der Dinge gefragt ist.

Checkliste:

  • Habe ich den Inhalt nochmal kurz und bündig zusammengefasst?
  • Habe ich meine Meinung logisch und schlüssig vertreten?
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